|
1740
|
1. Mai:
Regierungsantritt Friedrich II., König in Preußen (1712–1786). Er förderte
umfassend Wirtschaft, Handel und Gewerbe. In seinem Auftrag wurden
Kolonisten für neue Siedlungen, zum Beispiel im meliorierten Oderbruch,
geworben.
|
|
1747
|
1. Juni: Gründungsdatum
von Müggelheim. 20 Familien aus Odernheim und Oberhausen im Herzogtum
Pfalz-Zweibrücken erhielten Siedlungsland auf dem Cöpenicker Werder. König
Friedrich II. gab der neuen Bauernsiedlung den Namen „Müggelheim“.
Jeder Kolonist erhielt als Erbpächter 90 Morgen Acker, 19 Morgen und 43
Quadratruten Wiesen und Brüche. Strohgedeckte Fachwerkhäuser bauten die
Kolonisten selbst. Der Wunsch der Pfälzer, die Müggelberge mit Weinstöcken
zu bepflanzen, wurde nicht genehmigt.
|
|
|
Die Siedler gehörten
der Reformierten Kirche an und hatten Gottesdienste in der Schlosskirche Köpenick.
Der erste Dorfschulze war Philipp Jacob Rauch, gefolgt 1748 von Jacob
Baeyer. Erster Schulmeister der einklassigen Dorfschule war seit 1749
Johann Peter Tisch.
|
|
1763
|
Bau des Schul- und
Bethauses auf der Dorfaue.
|
|
1791
|
In Müggelheim gab es
23 Feuerstellen, 19Bauern, 2 Büdner, 4 Einlieger, 1 Müller, insgesamt
153 Einwohner
|
|
1794
|
Im Haus Alt Müggelheim
8 wird am 4. November Johann Jacob Baeyer geboren. Mit seinem außergewöhnlichen
Lebensweg vom einfachen Bauernsohn zum General im Preußischen Generalstab
gilt er als Begründer der internationalen Erdmessung. Sein Denkmal steht
seit 1962 auf dem Dorfanger.
|
|
1804
|
1. Juli: Einweihung der
Dorfkirche, Baumeister Berger.
|
|
1846
|
1. September: Der aus Müggelheim
stammende General und Geodät Johann Jacob Baeyer (1794 – 1885) führte
Messungen auf den Müggelbergen durch. Ein Vermessungspunkt der
Verbindungskette Berlin – Stettin ist der Dreieckspunkt „Müggelberg“,
der 1857 als trigonometrischer Punkt 1. Ordnung durch einen Granitstein
markiert wurde (Lage: Im Terrassenrestaurant Müggelturm).
|
|
1853
|
Müggelheim hat 24 Häuser
und 167 Einwohner. Die gemeinschaftliche Hütung wird abgeschafft,
lediglich ein Bulle und ein Eber werden gemeinsam gehalten und ihre
Unterhaltung geht Reihe um.
|
|
1858
|
Müggelheim hat 158
Einwohner; 19 Hofeigentümer mit 16 Knechten und Mägden, 4 Landwirte;1
Schuhmachermeister mit 1 Gesellen, 1 Gaststätte.
|
|
1860
|
1. Juli:Großbrand in Müggelheim.
Die Häuser 1 – 5 brannten nieder. Betroffen waren die Eigentümer
Baeyer, Leopold, Catholy, Hembt und Gastwirt Scholz.
|
|
1866
|
August: Feuer durch
Blitzschlag. Die Häuser 13 –15 der Eigentümer Christian, Höltz und
Mietge brannten nieder. In Köpenick wurden Solidaritätsspenden
gesammelt.
Erste Ausflugsdampfer
kommen zum Müggelseegebiet
|
|
1883
|
1. Januar: Viehzählung:
Es gab 43 Pferde, 113 Rinder, 66 Schweine, 5 Ziegen, 2 Bienenstöcke.
|
|
1884
|
Müggelheim hat ein
Schulgebäude mit einer Lehrerwohnung und einem Klassenraum, 15 Knaben und
6 Mädchen werden unterrichtet. Der Lehrer ist gleichzeitig Küster.
|
|
1886
|
Fertigstellung
der Chaussee von Köpenick über Müggelheim nach Fahlenberg (Gosen).
|
|
1890
|
Einweihung des hölzernen
Müggelturms, im chinesischen Pagodenstil erbaut, finanziert vom Wäscherei-
und Färbereibesitzer Carl Spindler.
1. Mai: Tausende kommen
zum ersten Weltfeiertag der Arbeiter zum Müggelturm, begleitet von großem
Polizeiaufgebot.
1. Mai: Einweihung des
neuen Schulhauses auf der Dorfaue.
|
|
1892
|
Einrichtung einer
Poststelle in der Gaststätte Troppenz.
|
|
1893
|
Die Ausflugsgaststätte
„Sporthaus zur Großen Krampe“ wird erbaut.
|
|
1895
|
Abriss der Müggelheimer
Mühle auf dem Mühlenberg.
|
|
1896
|
Fertigstellung der
Chaussee von Köpenick über Müggelheim nach Fahlenberg. Damit wird der
Ort als Erholungsort für Köpenicker und Berliner erreichbar. 1. Juli: Eröffnung
der Gaststätte „Krampenmühle“ an der Großen Krampe.
|
|
1902
|
Das Forsthaus Müggelheim
wird erbaut.
|
|
1905
|
J. J. Baeyers Sohn,
Adolf von Baeyer (1835 –1917), erhielt den Nobelpreis für Chemie, 1885
wurde er vom bayerischen König in den erblichen Adelsstand erhoben.
1. Juli : Der
Schriftsteller Curt Grottewitz (1866-1905) ertrank in der Großen Krampe.
|
|
1908
|
Einsturz des Dachstuhls
der Kirche. Die Kirche erhielt 1910 mit dem neuen Dachstuhl einen
Dachreiter, in dem seit 1911 zwei Glocken hängen.
|
|
1914
|
Müggelheim hat 180
Einwohner. Gemeindevorsteher ist Carl Baeyer. In seinem Haus Nr. 5 ist das
Gemeindebüro, das Meldeamt, die Armenverwaltung, die
Kreis-Viehversicherung.
|
|
1917
|
Gefallene des 1.
Weltkrieges aus Müggelheim: Richard Baeyer, Rudolf Baeyer, Richard Voigt,
Fritz Rauch.
|
|
1919
|
Beginn der
Siedlerbewegung in Müggelheim. Die Bauordnung verbot wegen fehlender
befestigter Straßen den Bau von Wohnhäusern, daher vorwiegend Wochenendhäuserbau.
|
|
1920
|
Bildung der neuen
Einheitsgemeinde Berlin. Berlin umfasst 8 Städte, 59 Landgemeinden, 27
Gutsbezirke und hat ca. 4 Millionen Einwohner. Müggelheim wird in Berlin
eingemeindet, der Ort hat 210 Einwohner.
|
|
1922
|
1. Juni: Gründung der
Freiwilligen Feuerwehr.
|
|
1925
|
1. Oktober: Eröffnung
der Buslinie nach Köpenick.
|
|
1927
|
Erste Straßen
erhielten elektrische Beleuchtung
|
|
1932
|
Müggelheim hat 875
Einwohner, die Gasversorgung für Alt- Müggelheim wird eingeführt. Müggelheim
ist ein Ortsteil im Verwaltungsbezirk Berlin- Köpenick mit den
Unterwohnplätzen Kaniswall, Ludwigshöhe, Philipps Fischerhütten, Schönhorst
und den Forsthäusern
|
|
1934
|
Anschluß an die
Wasserversorgung der Städtischen Wasserwerke. 16. Oktober: Einweihung des
Schulneubaus in der Odernheimer Straße.
|
|
1936
|
Müggelheim wurde als
„Perle des Ostens“ im „Tageblatt“, der Heimatzeitung für Müggelheim,
beschrieben.
|
|
1938
|
Müggelheim hat 2525
Einwohner. Der „Eigenheim- und Grundbesitzerverein Müggelheim“ hat
647 Mitglieder.Die Gaststätte „Neu-Helgoland“, seit 1920 im Besitz
von Frieda und Ernst Tabbert, ist ein blühendes Unternehmen, 35 Kellner
waren hier tätig. Reger Busverkehr, an den Wochenenden im 2 Minuten-Takt,
Spätverkehr bis nachts um 2 Uhr.
|
|
1939
|
Müggelheim erhielt
eine Zweigmeldestelle des 241. Polizeireviers. Die Dorfaue wurde
ausgebaut, zwei Einbahnstraßen umfassen den neu angelegten Dorfanger. Eröffnung
des Kindergartens.
|
|
1940
|
Der Antifaschist Fritz
Rode (1885 – 1940) wurde im KZ Sachsenhausen ermordet. Der jüdische Bürger
Hans Kirstein wurde später in Auschwitz vergast. Die Ehefrau und Tochter
des Bäckermeisters Paul Milke wurden als Halbjuden im KZ Ravensbrück
ermordet.
|
|
1944
|
Bau von 320
Behelfsheimen für die Ausgebombten aus den Arbeiterwohnbezirken, die in
den kriegswichtigen Oberschöneweider Betrieben AEG und NAG- sowie in der
GEMA (später KWO, TRO, WF und Funkwerk) beschäftigt waren.
Errichtung eines Außenlagers
des KZ Sachsenhausen in der Sobernheimerstrasse für 200 Häftlinge.
|
|
1943 – 1945
|
Häufige
Fliegerangriffe auf Müggelheim:12 Tote, 738 Häuser beschädigt, davon 28
total zerstört.
|
|
1945
|
Die Rote Armee besetzt
Müggelheim. Ernennung von Johannes Michalek (KPD) zum Bürgermeister. Auf
dem Dorfanger wurde ein Friedhof für die gefallenen russischen Soldaten
angelegt.
Schwere Notzeit.
Einrichtung eines Kinos
im „Sporthaus zur Großen Krampe“.
|
|
1946
|
Die BVG stellt den
Busverkehr wegen Reifenmangels ein. Ersatz durch Privatunternehmen,
Lastwagen mit Holzkoksvergaser
|
|
1947
|
Am 1. März: 4209
Einwohner, 1364 Männer, 1980 Frauen, 865 Kinder.
|
|
1948
|
Herbst: Wiedereröffnung
der BVG-Buslinie
|
|
1952
|
1. Juli: Eröffnung
einer Kinderkrippe.
|
|
1956
|
Anlage des
Waldfriedhofes am Ortsausgang (Richtung Gosen).
|
|
1958
|
Eröffnung des
Konsum-Selbstbedienungskaufhauses.
19. Mai: Der Müggelturm
brannte ab
Zusammenschluss
mehrerer Handwerker zur PGH „Werkstein“ mit 80 Mitarbeitern, 1972
enteignet und zum „VEB Werkstein“ umgewandelt.
|
|
1961
|
Der Zeltplatz östlich
der Großen Krampe bot 7000
Campingplätze.
30. Dezember:
Einweihung des neuen Müggelturms erbaut aus Spendengeldern der Bevölkerung.
|
|
1962
|
6. Oktober: Einweihung
des Gedenksteines für den Müggelheimer Geodäten Johann Jacob Baeyer,
geschaffen vom Bildhauer Hans Füssel.
|
|
1963
|
Die Kirche erhielt eine
Orgel der Firma Schuke, Potsdam.
|
|
1964
|
Müggelheim hat 3489
Einwohner.
Eröffnung der
Tankstelle Rudi Bläske.
|
|
1967
|
Einführung der
5-Tage-Arbeitswoche.
Ausbau der
Wochenendsiedlungen in Müggelheim
|
|
1977
|
1. März: Amtsbeginn
des Pfarrers Siegfried Menthel für die Kirchen Schmöckwitz und Müggelheim.
|
|
1978
|
Erste Zahnarztpraxis in
einer fahrbaren Zahnarztambulanz.
Erweiterungsbau der
Schule mit 6 Fachunterrichtsräumen, einem großen Essenraum und Küche.
|
|
1980
|
Ende des Unterrichts für
die ersten Klassen in der Alten Schule, Umwandlung zum „Dorfklub Müggelheim“.
|
|
1982
|
Siegfried Weisert eröffnet
eine PKW-Reparaturwerkstatt für die Automarke „Trabant“
|
|
1983
|
Detlef Michel aus Müggelheim
wird in Helsinki Weltmeister im Speerwerfen
|
|
1984
|
Bau der Turnhalle der
Schule
|
|
1985
|
Juli: letztmalig wurde
in Müggelheim Roggen gemäht. Beim Erntefest wurde auf dem Dorfanger das
Korn gedroschen
|
|
1986
|
4. Februar: Eröffnung
des Klein - Ambulatoriums, Alt- Müggelheim 8 (2 Arztpraxen,
Physiotherapie).
|
|
1987
|
4. Februar: Eröffnung
der neuen Kaufhalle am Müggelheimer Damm, ab 1992 Bolle
|
|
1989
|
Mai: Dr. Herbert Pieper
knüpft erste Kontakte in Odernheim in der Pfalz.
7. Oktober: Gründung
der Ortsgruppe der SPD, Vorstellung der Ortsgruppe in der Kirche am 27.10.
|
|
1990
|
20. März: Gründung
des Vereins „Sozialbündnis Müggelheim“.
19. April:Gründung des
„Müggelheimer Heimatvereins e. V.“
1. Dezember: als
letzter Müggelheimer Landwirt gibt Kurt Michel, Alt-Müggelheim 3, seinen
Betrieb (Schweinezucht) auf.
|
|
1993
|
Umfassende Verlegung
von Telefonkabeln Erweiterung des Netzes; es folgte die Erweiterung der
Gasversorgung.
|
|
1994
|
6. September: Erste
Ausgabe „Müggelheimer Bote“, herausgegeben vom Umweltkreis der
evangelischen Kirchgemeinde Müggelheim.
|
|
1994
|
1. November: Eröffnung
der Ausstellung zum 200. Jahrestag der Geburt von Johann J. Baeyer.
5. November: Verleihung
seines Namens an eine Straße in Müggelheim, Eröffnung eines Symposiums
zu Ehren Baeyers im Rathaus Köpenick.
1. Dezember: Anschluss
an die Leihbibliothek durch den Bücherbus.
|
|
1995
|
Beginn der Arbeiten zur
Abwasser-Kanalisation von Müggelheim.
9. April: Das Gebiet
Krumme Lake/Pelzlake wird als Naturschutzgebiet bestätigt. Die Wohnanlage
Geinsheimer Weg 10 – 12 im Bau.
12. September: 1.
Treffen der Bürgerbewegung „Gruppe Müggelheim“. Sie kämpft gegen
den Bau des Großflughafens Schönefeld.
13. September:
Grundsteinlegung für den 1. Bauabschnitt der Wohnanlage Ludwigshöheweg
(200 Wohnungen).
28. September: Veröffentlichung
der Liste der Einzeldenkmale in Müggelheim: Die Häuser und
Wirtschaftsgebäude Alt- Müggelheim 3, 5, 9, die Alte Schule und die
Dorfkirche. Außerdem als Ensemble der Bereich Alt- Müggelheim 1-22.
1. Oktober: Eröffnung
des Jugendklubs im ehemaligen Getränke- und Gemüsekonsum, Alsenzer Weg.
|
|
1996
|
Müggelheim hat 3799
Einwohner.
3. April:die
Spreewiesen werden Landschaftsschutzgebiet.
9. Juli: Eröffnung
einer Filiale der Berliner Sparkasse.
12. Oktober: Eröffnung
der „Müggelpassage“ durch Umbau der Häuser Alt-Müggelheim 1/1a mit
Apotheke, Buch- und Schmuckladen, Fleischerei und der Gaststätte „Müggelheimer
Bauernstuben“.
|
|
1997
|
15. Februar: Gründung
der Müggelheimer Jugendfeuerwehr im Beisein von Innensenator Jörg Schönbohm.
Die Kaufhalle „Bolle“
wurde 1997 zu „Eurospar“, Inhaber Patrick Leher baute 2001 die
Kaufhalle um und führt sie unter „SuperSpar“, ab 2006 als
„Edeka-Aktivmarkt“ fort.
24.05–01.06:
Festwoche in Müggelheim zur 250-Jahrfeier.
|
|
2002
|
Eröffnung des
Einkaufzentrums am Müggelheimer Damm, mit Filialen von „Norma“,
„Schlecker“, „Plus“, „Getränke-Hoffmann“ und einer Gaststätte.
|
|
2005/2007
|
Rekonstruktion des
Kindergartens und der Kinderkrippe Alt-Müggelheim 10.
|
|
2008
|
Müggelheim hat 6230
Einwohner (Ang. Statistisches
Landesamt)
|