Aus unserer Arbeit
Ausstellung 'Aus unserer Sammlung' zum Angerfest 2013
Obwohl das diesjährige Angerfest sehr verregnet war, haben viele Müggelheimer Interesse an der
kleinen Ausstellung 'Kochen und Backen früher' gezeigt. Manche der Geräte waren kaum noch bekannt,
zum Beispiel die Bohnenschnetzelmaschine.
Danke für die neuen Schenkungen alter Gerätschaften! Für das Heft: 'So kochen und backen Müggelheimer heute'
werden noch Rezepte angenommen. Einfach im Dorfklub 'Alte Schule' abgeben.
D. Belitz
AG-Heimatmuseum
Avenarius-Ausstellung
Die AG Heimatmuseum des Heimatvereins eröffnet am 23. Mai 2013 um 18.00 Uhr mit einem Vortrag von Frau Dr. Kovalevski eine Ausstellung, die dem Maler, Grafiker und Dichter Johannes Maximilian Avenarius (1887 – 1954) gewidmet ist und Einblick in dessen Schaffen gibt. In seinem Elternhaus in Greiffenberg/Schlesien wurden Wissenschaft und Kunst gepflegt. Avenarius konnte in Dresden und München an den Kunstakademien studieren und seit 1910 arbeitete er freischaffend für Buchillustrationen und schuf Gemälde für Kirchen. 1922 erhielt er den Auftrag von dem Dichter Gerhard Hauptmann, in dessen Haus „Wiesenstein“ in Agnetendorf Wandmalereien auszuführen, die Themen aus Werken Hauptmanns zum Inhalt haben. Diese Bilder im lebensfrohem Jugendstil, das „Schlesisches Paradies“ genannt, machten Avenarius bekannt, er erhielt weitere Aufträge in Göteborg, Berlin und Wien. Der Krieg setzte eine traurige Zäsur, die Ausweisung des Ehepaares Avenarius aus ihrem Haus in Schlesien und die Umsiedlung nach Berlin-Müggelheim. Hier malte Avenarius Bilder religiöser Thematik und setzte sich besonders für das Gedenken an den Dichter Gerhard Hauptmann ein. So schuf er Illustrationen zu dem Gedicht von Hauptmann „Harut und Marut“, die in der Druckerei Walter Arnoldi in Müggelheim gedruckt wurden. Professor Johannes Maximilian Avenarius verstarb am 21. August 1954 in Müggelheim.
Für die Ausstellung erhielten wir Unterstützung vom Gerhard-Hauptmann-Museum in Erkner und dem Kulturhistorischen Museum in Görlitz. Wir danken besonders den Leihgebern aus Müggelheim für die Bereitstellung von originalen Porträts.
Dagmar Belitz und Dr. Bärbel Kovalevski
100 Jahre Kuhle Wampe
Vom historischen Zeltplatz "Kuhle Wampe" am Großen Müggelsee, an dem die ersten Zelte 1913 standen, sind kaum noch Spuren zu sehen. Nur die Reste der Wasch- und Toilettenanlage ragen noch aus der Erde. Seit Donnerstag, dem 18.04.2013 steht an der Bucht Kuhle Wampe am Großen Müggelsee, an dem historischen Ort, eine Erinnerungstafel an den Arbeiterzeltplatz "Kuhle Wampe". Ermöglicht wurde das durch die Hilfe der Revierförsterei Müggelheim und die Unterstützung des Forstamtes Köpenick. Ein Dank den Männern des Waldes. Am Nachmittag des 18.04. wurde diese Tafel in Anwesenheit von ca. 50 Gästen feierlich eingeweiht. Darunter waren Vertreter des Kulturamtes, des Heimatverein Köpenick, des Forstes, des Kuhle Wampe Motorradclubs und Nachfahren der Zeltler. Nun ist der Verwirrung nach dem Standort des historischen Zeltplatz ein Ende gesetzt und bei einem Spaziergang am Uferweg wird man an ihn erinnert.
Dagmar Belitz
Einweihung der Erinnerungstafel - Zeltplatz Kuhle Wampe
Bei einem der nächsten Frühlingsspaziergänge findet man am Uferweg des Großen Müggelsee´s zwischen Müggelseeperle und Müggelhort ein Schild, das an den historischen Zeltplatz
"Kuhle Wampe" erinnert.
Es wird am 18.4.2013 um 16 Uhr im Beisein einiger Nachkommen der ehemaligen Zeltler und vieler interessierter Gäste eingeweiht.
Unser Dank gilt der Försterei Müggelheim für die Hilfe und Unterstützung.

Späte Würdigung für Hildegard von Bingen
Wer als Müggelheimer in den vergangenen Jahren einen Besuch in unserer Partnergemeinde Odernheim,
dem Herkunftsort der Müggelheim-Gründer gemacht hat, wird auch den Disibodenberg besucht haben.
Auf dem 250 m hohen Disibodenberg ist die Ruine des einstigen Klosters zu besichtigen. Den Namen
hat der Berg von dem im 7. Jahrhundert dort ansässigen irischen Mönch und Einsiedler, dem heiligen
Disibod. Nach Disibods Tod im Jahre 700 entstand auf dem Berg eine Kirche und eine klosterähnliche
Anlage. Zu Beginn des 12. Jahrhundert wurde die Kirche und Klosteranlage erweitert und 1143 die
kreuzförmige Basilika geweiht. Dieser Sakralbau hatte etwa die Größe des Mainzer Doms. Die Ausmaße
sind heute noch an der Ruine zu erkennen. Ab 1108 ließ die Grafenfamilie von Sponheim eine
Frauenklause auf dem Klostergelände errichten, in die im Jahre 1112 deren Tochter, die als Selige
verehrte Jutta von Sponheim, zusammen mit Hildegard (von Bermersheim oder Hosenbach), der späteren
heiligen Hildegard von Bingen einzog. Nach dem Tod Juttas folgte 1136 Hildegard ihrer Lehrmeisterin
als Leiterin der Frauenklause. Sie und ihre Nonnengemeinschaft siedelten 1147–1151 in das
neugegründete Kloster auf dem Rupertsberg bei Bingen über. Während ihrer mehr als 30jährigen Zeit
auf dem Disibodenberg begründete Hildegard ihren Ruf als eine der bedeutendsten Frauen des
Mittelalters. Sie verfasste zahlreiche religiöse Schriften, Schriften über die Natur und die Medizin,
war Komponistin von Kirchenliedern, gründete Klöster, Könige und Kaiser fragten sie um Rat, stand
mit dem Papst im Briefwechsel. Sie unternahm vom Disibodenberg Pilger- und Predigtreisen in die
nähere und weitere Umgebung, predigte im Kölner und im Mainzer Dom. Auch wenn sie später unter ihrem
Beinamen Hildegard "von Bingen" bekannt wurde, die Odernheimer sind der Meinung "Hildegard ist eine
Odernheimerin", also eigentlich "Hildegard vom Disibodenberg".
Obwohl über die Jahrhunderte verehrt, wurde Ihr erst in diesem Jahr, 800 Jahre nach ihrem Tod, die
Ehre zuteil, dass Papst Benedikt XVI sie am 10. Mai heiliggesprochen hat. Das bedeutet, dass die
Verehrung Hildegards auf die katholische Weltkirche ausgedehnt wird. Einer Heiligsprechung in der
katholischen Kirche gehen jahrelange, wie in Hildegards Fall, jahrhundertelange Vorbereitungen voraus.
Am 7. Oktober wurde sie außerdem zur Kirchenlehrerin erklärt. Vor ihr wurde erst drei Frauen diese
Ehre zuteil. Der Titel "Kirchenlehrer" ist einer der höchsten Ehrentitel, den die römisch-katholische
Kirche für herausragende Gestalten ihrer Geschichte zu vergeben hat. Mit "Hildegard von Bingen" wurde
damit eine herausragende Frau des Mittelalters geehrt, die nicht nur ihre Bedeutung als Mystikerin
und Visionärin für die Kirche hat, sondern die neben ihrer schriftstellerischen und
naturwissenschaftlichen Tätigkeit unermüdlich für Reformen in der Kirche eintrat.
"Kuhle Wampe", ein Zeltplatz am Großen Müggelsee und an der Krampe
Nach langer Vorbereitung wird die Ausstellung "Kuhle Wampe - Die Geschichte eines
Zeltplatzes bei Müggelheim" am 29.06.2012 um 18 Uhr im Dorfklub "Alte Schule" in
Müggelheim eröffnet.
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Museum Köpenick.
Ein Teil der jetzigen Ausstellung wurde 2002 unter dem Titel "Wir waren alles einfache Leute" - Die
Geschichte der Zeltstadt Kuhle Wampe am Großen Müggelsee unter Leitung von Claus
Dieter Sprink im damaligen Heimatmuseum Köpenick gezeigt.
Diese Ausstellung wurde von uns erweitert mit der Darstellung des noch heute bestehenden
gleichnamigen Zeltplatzes "Kuhle Wampe" an der Großen Krampe. Mit Unterstützung
der Müggelheimer Einwohner, denen hiermit herzlich gedankt wird, konnten wir neue
Informationen und Material über den historischen und den gegenwärtigen Zeltplatz erhalten.
Bei unseren Nachfragen mussten wir immer wieder feststellen, dass im Bewusstsein der
heutigen Bürger der Zeltplatz "Kuhle Wampe" nur am Ufer der Großen Krampe bekannt
ist. Tatsache ist jedoch, dass der historische Zeltplatz "Kuhle Wampe" an der südlichen
Uferzone des Groüen Müggelseees in einer kleinen Bucht zwischen den Ausflugsgaststätten
Prinzengarten und Müggelhort lag. Es gab an der Müggelheimer Chaussee extra eine
Haltestelle "Zeltplatz" von der ein Weg direkt auf die Bucht führte .Dieser Weg ist noch heute
als Forstweg begehbar. Schon das Forstamt bezeichnete diese Stelle Kuhle Wampe, kühler
Bauch. Das Ufer bildet an dieser Stelle eine bauchartige Ausbuchtung., die auch im Sommer
oft im Schatten liegt und daher dort das Wasser recht kühl ist.
Schon 1913 entstand dort ein kleines Zeltdorf mit nicht mehr als zwanzig Zelten , das sich
schnell ausbreitete .In den zwanziger Jahren zelteten hier inzwischen in ca. 100 Zelten
fast 300 Personen. Es waren hauptsächlich Arbeiter und Arbeitslose, die ihren schlechten
Lebensbedingungen entfliehen wollten. Viele Mitglieder der Zeltstadt gehörten den
Arbeiterturnvereinen an, z. B. dem Turnverein Fichte, dem Tourismusverein Naturfreunde,
dem Arbeiterturnverein Friedrichshagen u.s.w. Hier auf dem Zeltplatz konnten sie preiswert
leben und suchten die Gemeinsamkeit und Entspannung in der Natur und beim Sport.
Den großen Bekanntheitsgrad erhielt der Zeltplatz durch den gleichnamigen Film Kuhle
Wampe oder: Wem gehört die Welt? Er wurde 1931 vom bulgarischen Regisseur Slatan
Dudow gedreht und beschrieb das Leben einer Arbeiterfamilie in. der Weltwirtschaftskrise.
Das Drehbuch schrieb Berthold Brecht, die Musik komponierte Hans Eisler. Gedreht wurde
der Film am Kleinen Müggelsee und viele Bewohner der Zeltstadt spielten als Komparsen
mit Der Film erregte sehr großes Aufsehen, wurde Anfang 1932 verboten und durfte dann
in veränderter gekürzter Form ab April 1932 wieder aufgeführt werden. Er wurde ein großer
Erfolg. Nach Hitlers Machtübernahme wurde der Film erneut verboten. Auf dem Zeltplatz
kam es zu Terroraktionen, die Arbeitersportvereine wurden verboten und 1935 wurde der
Zeltplatz Kuhle Wampe aufgelöst.
Auch in der Zeit der DDR war zelten sehr beliebt und eine Alternative, wenn die
Urlaubsplätze fehlten. An der Großen Krampe hatten schon 1924 die Küpenicker
Naturfreunde zwei alte Fischerhütten erworben, eine dritte hinzugefügt und sie zum
Wanderstützpunkt ausgebaut. Seit 1928 tragen sie den Namen Grottewitzhütten. Dieser
Platz entwickelte sich zu einem großen Zeltplatz. Zur Erinnerung an den historischen
Zeltplatz am Großen Müggelsee erhielt der Jugendcampingplatz Krampenburg am 15. August
1976 den Namen Kuhle Wampe. Dieser Zeltplatz existiert noch immer unter diesem
Namen. Der Betreiber des Zeltplatzes ist jetzt der ZSV Seddiner Zeltler Köpenick e. V..
Radiointerview von Infothek88vier:
Die Ausstellung ist am 29.06.2012 um 18 Uhr und dann täglich bis zum 27.07. von 10 Uhr bis 18 Uhr zu besichtigen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
AG-Heimatmuseum Müggelheim
Dagmar Belitz
Im Folgenden sehen Sie Bilder von der Erarbeitung der Ausstellung und der Ausstellungseröffnung.
Bilder von der Ausstellungseröffnung "Von der Schulstube zum Klassenzimmer"
Am 16. Juni wurde die Ausstellung "Von der Schulstube zum Klassenzimmer" eröffnet. Rund 60 interessierte Müggelheimer und Müggelheimerinnen waren zu diesem
Anlass in die "Alte Schule" gekommen. Anhand der seit der Ortsgründung 1747 in Müggelheim vorhandenen vier Schulen wird das jeweilige Schulsystem dargestellt
anhand von Dokumenten aus Archiven, Schulbüchern, Lehrmaterialien und Gegenständen vergangener Epochen (z. Bsp. alter Schulbänke) ein anschaulicher Abriss der
Entwicklung gegeben.
Eine Auflistung aller in Müggelheim tätigen Lehrer, angefangen bei Peter Tisch, der ab 1749 60 Jahre lang die Müggelheimer Kinder unterrichtete bis in die Jetztzeit,
sowie Klassenfotos verschiedener Jahrgänge lassen beim Besucher der Ausstellungen Erinnerungen der eigenen Schulzeit wachwerden.
Die Ausstellung ist täglich (auch Sa. und So.) von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
Mit einer kleinen Finissage am 08. Juli um 18.00 Uhr schließt diese mit Sorgfalt recherchierte und viel Liebe präsentierte Ausstellung.
Johann Jacob Baeyer zum Gedenken
(5.11.1795-10.9.1885)
Am 10. September 1885 starb in Berlin der aus Müggelheim stammende Präsident der 1862 gegründeten Organisation "Mitteleuropüische Gradmessung", Generalleutnant Dr. Johann Jacob Baeyer.
Die Familie Baeyer gehört zu den Gründerfamilien des Dorfes Müggelheim von 1747, die einst aus Odernheim in der Pfalz nach Preußen kamen. Johann Jacob war der Enkel des Dorfschulzen und Bauern Jacob Baeyer und des ersten Schulmeisters, Johann Peter Tisch, in dem neu erbauten Dorfe. Der Vater, Jacob Baeyer jr. (1769-1828) hatte schon außer der einklassigen Dorfschule, in der auch Johann Jacob zuerst lernte, die Parochialschule in Berlin besuchen können. Er unterstützte den Sohn, der sich am reformierten Joachimsthaler Gymnasium auf ein Studium vorbereitete. Die Berliner Gymnasiasten besuchten eifrig den 1811 von Friedrich Ludwig Jahn und Karl Friedrich Friesen eingerichteten ersten deutschen Turnplatz in der Hasenheide. Die Schulzeit wurde von den Ferien unterbrochen, die Johann Jacob auf dem väterlichen Hof in Müggelheim mit Arbeit verbrachte. Im März 1813 meldete sich der 18jährige Johann Jacob Baeyer als Freiwilliger zum Kampf gegen die napoleonischen Truppen. Er nahm an zahlreichen Schlachten, auch an der Völkerschlacht bei Leipzig, teil. Nach der zweiten Mobilisierung 1815 gegen Frankreich, entschloss sich Baeyer zur militärischen Laufbahn und besuchte die Kriegsschule zu Koblenz, die von Gneisenau gegründet und von den Offizieren des Generalstabs als Lehrer geführt wurde. Baeyer trat in das topographische Büro des Generals von Müffling ein, erlernte die Methoden der trigonometrischen Landesvermessung und bekam Aufträge zur Vermessung des Geländes, zum Beispiel am Feldberg im Taunus und die Triangulation von Thüringen.
In Berlin wohnte Johann Jacob Baeyer im Hause des Kriminalrats Eduard Hitzig in der Friedrichstraße 242, wo sich Künstler, Gelehrte und Beamte zur berühmten "Mittwochsgesellschaft" versammelten und in der Baeyer mit bedeutenden Persönlichkeiten Kontakte schloss. Auch in der Familie Hitzig selbst, denn die gebildete und schöne Tochter Eugenie (1807-1843) wurde 1826 seine Ehefrau. Baeyers hatten drei Söhne und vier Töchter, doch nicht alle erreichten das Erwachsenenalter. Der Sohn Adolf (1835-1917) wurde ein berühmter Chemiker, er erhielt 1905 den Nobelpreis und wurde nobilitiert.
Seit 1825 war Johann Jacob Baeyer in den Generalstab versetzt worden und führte zahlreiche Landesvermessungen in den preußischen Gebieten durch. Die Ergebnisse publizierte er in Büchern, zum Beispiel 1838 die Gradmessung in Ostpreußen und ihre Verbindung mit preußischen und russischen Dreiecksketten, ausgeführt von F. W. Bessel, Direktor der Königsberger Sternwarte, und J. J. Baeyer, Major im Generalstabe. Für die Müggelheimer ist besonders interessant, dass Baeyer vom 20. September bis 1. Oktober 1846 auf dem Müggelberg Winkelmessungen und Höhenmessungen vornahm und einen Punkt der Verbindungskette zwischen der Ostseeküste und Berlin bestimmte, den üDreieckspunkt Müggelberg.
Nach dem Ausscheiden aus dem Generalstab 1857, begann Baeyer seine so folgenreiche Tätigkeit für die mitteleuropäische Gradmessung, die von Italien bis nach Skandinavien reichte und Aufklärungen über die Figur der Erde bringen sollte. Er legte Pläne zur internationalen, wissenschaftlichen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Vermessung der Erdoberfläche vor und erreichte, dass 1861 der preussische Künig Wilhelm I. seinen Plan zur Realisierung dem Ministerium überreichte. 1862 fand die erste internationale Konferenz der "Mitteleuropüischen Gradmessung" in Berlin statt, deren erster Präsident Johann Jacob Baeyer wurde, der das Zentralbüro der "Gradmessung" leitete. 1870 konnte in Preußen das Geodätische Institut, das sich in Verbindung mit der Preußischen Akademie der Wissenschaften zum "Weltzentrum der wissenschaftlichen Geodüsie" entwickelte, gegründet werden. Auch die heutige "Internationale Assoziation für Geodüsie" betrachtet die Konferenz von 1862 in Berlin als ihr Gründungsdatum. Anlässlich des Gedenkens zum 100. Geburtstag von Johann Jacob Baeyer im Jahre 1895 ehrte der Präsident der Italienischen Gradmessungskommission, Generallieutnant Ferrero, Johann Jacob Baeyer mit folgenden Worten:
"Tiefes Wissen, Beharrlichkeit und Energie, welche die Vorbedingungen des Gelingens aller menschlichen Unternehmungen sind, waren bei General Baeyer begleitet von einer herzlichen Liebenswürdigkeit und einer über jeden einseitigen Chauvinismus erhabenen Gesinnung."
(Literatur: Herbert Pieper, Johann Jacob Baeyer, in: Das Müggelheim Buch, Berlin 1997)
Dr. Bärbel Kovalevski, AG Heimatmuseum
Peter Belitz, Müggelheimer Heimatverein
