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AG Heimatmuseum Müggelheim Vorhaben 2012 | Wir stellen uns vor | Publikationen Aktuelle Vorhaben 2012Im ersten Halbjahr werden unsere Zusammenkünfte von den Vorbereitungen für das Ausstellungsvorhaben 2012 bestimmt. Kuhle Wampe - Die Geschichte eines Zeltplatzes bei MüggelheimEine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Museum Köpenick 29.06. bis 27.07.2012. Anlässlich des 300. Geburtstages von Friedrich II., dem Begründer unseres Ortes, organisieren wir in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Köpenick einen Vortragsabend in unseren Räumen zu dem Thema: "Der König und die Frauen"- Friedrich II als Sohn, Ehegatte, Freund und Mäzen (20.03.2012; 18.00 Uhr). Im zweiten Halbjahr arbeiten wir weiter an der Erfassung und Pflege sowie der Vermehrung unserer Sammlung. Wir nehmen an allen zentralen Veranstaltungen des Müggelheimer Heimatvereines teil. Angerfest 02. / 03. JuniWir organisieren wieder den Markt mit altem Handwerk. Die AG präsentiert auf dem Vorhof des Hauses eine Wäscheausstellung. Köpenicker Sommer am 16.06.Teilnahme am Festumzug Erntefest 22./23. SeptemberPräsentation altes Handwerk Weihnachtsmarkt am 01. Dezember6. Weihnachtsausstellung Thema "Glocken" Unsere jährliche Exkursion führt uns diesmal im September in das Museumsdorf "Alt Ranft". Da wir als AG-Heimatmuseum noch immer an Raumnot leiden und wir große Sammlungsstücke wie Ackergeräte nicht entgegen nehmen können, betreiben und unterstützen wir das Vorhaben der Wiederherstellung des Nebengebäudes der Alten Schule. Wir stellen uns vor
Die Forschung und Sammlung zur Geschichte des Ortes Müggelheim und zu seinen Persönlichkeiten sind Gegenstand unserer Tätigkeit. Wir beschäftigen uns mit:
Wir treffen uns regelmässig jeden 3. Dienstag im Monat um 18.30 Uhr im Dorfklub. Ausgenommen sind die Monate Juli und August.
Telefon:
Aus unserem Wirken2007
Erste Ausstellungsgestaltung in den Vitrinen der Anbauwand, Raum 2, für Johann Jacob Baeyer, Adolf von Baeyer, Curt Grottewitz.
2008Forschung, Sammlung und Aufbau der Ausstellung: "Geschichte der Behelfsheimsiedlungen in Müggelheim" Juli-August
2009Forschung, Sammlung und Aufbau der Ausstellung "Von Odernheim nach Müggelheim" 1747-1762. zur Gründung von Müggelheim (Beitrag zur 800-Jahr-Feier von Köpenick).
2010Überarbeitung, Aufbau und Präsentation der Ausstellung: "Von Odernheim nach Müggelheim" in der Partnergemeinde Odernheim, Mai 2010. Beteiligung von ca. 20 Müggelheimern in Odernheim. Leitung: Dagmar´Belitz
Fotos aus unserem Alltag
PublikationenBilder von der Ausstellungseröffnung "Von der Schulstube zum Klassenzimmer"
Am 16. Juni wurde die Ausstellung "Von der Schulstube zum Klassenzimmer" eröffnet. Rund 60 interessierte Müggelheimer und Müggelheimerinnen waren zu diesem
Anlass in die "Alte Schule" gekommen. Anhand der seit der Ortsgründung 1747 in Müggelheim vorhandenen vier Schulen wird das jeweilige Schulsystem dargestellt
anhand von Dokumenten aus Archiven, Schulbüchern, Lehrmaterialien und Gegenständen vergangener Epochen (z. Bsp. alter Schulbänke) ein anschaulicher Abriss der
Entwicklung gegeben.
Johann Jacob Baeyer zum Gedenken
(5.11.1795-10.9.1885) Am 10. September 1885 starb in Berlin der aus Müggelheim stammende Präsident der 1862 gegründeten Organisation „Mitteleuropäische Gradmessung“, Generalleutnant Dr. Johann Jacob Baeyer. Die Familie Baeyer gehört zu den Gründerfamilien des Dorfes Müggelheim von 1747, die einst aus Odernheim in der Pfalz nach Preußen kamen. Johann Jacob war der Enkel des Dorfschulzen und Bauern Jacob Baeyer und des ersten Schulmeisters, Johann Peter Tisch, in dem neu erbauten Dorfe. Der Vater, Jacob Baeyer jr. (1769-1828) hatte schon außer der einklassigen Dorfschule, in der auch Johann Jacob zuerst lernte, die Parochialschule in Berlin besuchen können. Er unterstützte den Sohn, der sich am reformierten Joachimsthaler Gymnasium auf ein Studium vorbereitete. Die Berliner Gymnasiasten besuchten eifrig den 1811 von Friedrich Ludwig Jahn und Karl Friedrich Friesen eingerichteten ersten deutschen Turnplatz in der Hasenheide. Die Schulzeit wurde von den Ferien unterbrochen, die Johann Jacob auf dem väterlichen Hof in Müggelheim mit Arbeit verbrachte. Im März 1813 meldete sich der 18jährige Johann Jacob Baeyer als Freiwilliger zum Kampf gegen die napoleonischen Truppen. Er nahm an zahlreichen Schlachten, auch an der Völkerschlacht bei Leipzig, teil. Nach der zweiten Mobilisierung 1815 gegen Frankreich, entschloss sich Baeyer zur militärischen Laufbahn und besuchte die Kriegsschule zu Koblenz, die von Gneisenau gegründet und von den Offizieren des Generalstabs als Lehrer geführt wurde. Baeyer trat in das topographische Büro des Generals von Müffling ein, erlernte die Methoden der trigonometrischen Landesvermessung und bekam Aufträge zur Vermessung des Geländes, zum Beispiel am Feldberg im Taunus und die Triangulation von Thüringen.
In Berlin wohnte Johann Jacob Baeyer im Hause des Kriminalrats Eduard Hitzig in der Friedrichstraße 242, wo sich Künstler, Gelehrte und Beamte zur berühmten „Mittwochsgesellschaft“ versammelten und in der Baeyer mit bedeutenden Persönlichkeiten Kontakte schloss. Auch in der Familie Hitzig selbst, denn die gebildete und schöne Tochter Eugenie (1807-1843) wurde 1826 seine Ehefrau. Baeyers hatten drei Söhne und vier Töchter, doch nicht alle erreichten das Erwachsenenalter. Der Sohn Adolf (1835-1917) wurde ein berühmter Chemiker, er erhielt 1905 den Nobelpreis und wurde nobilitiert.
Seit 1825 war Johann Jacob Baeyer in den Generalstab versetzt worden und führte zahlreiche Landesvermessungen in den preußischen Gebieten durch. Die Ergebnisse publizierte er in Büchern, zum Beispiel 1838 die „Gradmessung in Ostpreußen und ihre Verbindung mit preußischen und russischen Dreiecksketten, ausgeführt von F. W. Bessel, Direktor der Königsberger Sternwarte, und J. J. Baeyer, Major im Generalstabe.“ Für die Müggelheimer ist besonders interessant, dass Baeyer vom 20. September bis 1. Oktober 1846 auf dem Müggelberg Winkelmessungen und Höhenmessungen vornahm und einen Punkt der Verbindungskette zwischen der Ostseeküste und Berlin bestimmte, den „Dreieckspunkt Müggelberg.“ Nach dem Ausscheiden aus dem Generalstab 1857, begann Baeyer seine so folgenreiche Tätigkeit für die mitteleuropäische Gradmessung, die von Italien bis nach Skandinavien reichte und Aufklärungen über die Figur der Erde bringen sollte. Er legte Pläne zur internationalen, wissenschaftlichen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Vermessung der Erdoberfläche vor und erreichte, dass 1861 der preussische König Wilhelm I. seinen Plan zur Realisierung dem Ministerium überreichte. 1862 fand die erste internationale Konferenz der „Mitteleuropäischen Gradmessung“ in Berlin statt, deren erster Präsident Johann Jacob Baeyer wurde, der das Zentralbüro der „Gradmessung“ leitete. 1870 konnte in Preußen das Geodätische Institut, das sich in Verbindung mit der Preußischen Akademie der Wissenschaften zum „Weltzentrum der wissenschaftlichen Geodäsie“ entwickelte, gegründet werden. Auch die heutige „Internationale Assoziation für Geodäsie“ betrachtet die Konferenz von 1862 in Berlin als ihr Gründungsdatum. Anlässlich des Gedenkens zum 100. Geburtstag von Johann Jacob Baeyer im Jahre 1895 ehrte der Präsident der Italienischen Gradmessungskommission, Generallieutnant Ferrero, Johann Jacob Baeyer mit folgenden Worten: „Tiefes Wissen, Beharrlichkeit und Energie, welche die Vorbedingungen des Gelingens aller menschlichen Unternehmungen sind, waren bei General Baeyer begleitet von einer herzlichen Liebenswürdigkeit und einer über jeden einseitigen Chauvinismus erhabenen Gesinnung.“ (Literatur: Herbert Pieper, Johann Jacob Baeyer, in: Das Müggelheim Buch, Berlin 1997)
Dr. Bärbel Kovalevski, AG Heimatmuseum Peter Belitz, Müggelheimer Heimatverein |